O Canada


Mein Auslandssemester in St. Catharines, Ontario.

Von unverständlichen Sitznachbarn und unvergleichbarer Skyline.

Welcome to Canada, Hello Toronto.

Hallo daheimgebliebenden und auf der Welt verstreuten! Nachdem ich meine ersten Tage in Kanada erfolgreich bestritt, ist es auch für mich an der Zeit meine Erlebnisse festzuhalten und ein paar Eindrücke mit Hilfe der spektakulären Möglichkeit eines Blogs zu schildern.

Los ging meine Reise am Freitag den 28.8 am Frankfurter Flughafen. Ernüchternd stellte ich gleich zu Beginn fest, dass der Flughafen doch ganz schön groß und mein Koffer ganz schön schwer ist. Die Rechnung bekam ich dann auch gleich am Schalter - im wahrsten Sinne des Wortes. Aber hey, den Koffer musste ich anschließend ja auch nur durch halb Toronto schleppen.
Nachdem ich den Flug mit Air Canada gut überstanden habe und auch den gefühlt acht Stunden durchredenden Sitznachbarn, der by the way nur dem Polnischen und drei Wörtern Englisch mächtig war, am Flughafen losgeworden bin, kam ich schließlich mit einstündiger Verspätung bei meiner Airbnb-Unterkunft in Toronto an und bezog mein Zimmer für die ersten Tage.

Toronto is calling

Die nächsten Tage wurden damit verbracht die Stadt Toronto zu erkunden. Von riesiger Skyline überschattet, gibt es dahinter Straßenzüge mit niedlichen, kleinen Häusern, die ebenso gegensätzlich zum Business-Hochhausflair sind wie die Straßen des Kensington Markets oder die Markthalle des St. Lawrence Markets.

Let's go Blue Jays, Let's go!

Beim Anblick all der Blue Jays Fans vorm Rogers Centres, konnten wir nicht widerstehen und ließen uns kurzfristig Baseball-Tickets aufquatschen. Wie weit oben wir saßen war uns eigentlich egal, war aber schon zu erahnen nachdem uns der Ticketverkäufer freundlich darauf hinwies, dass Sonnencreme auf jeden Fall eine gute Idee wäre...

"Wenn ihr da oben Gott seht, grüßt ihn von mir!"

Nach einem 3-stündigen Spiel und dem Anblick von Kanadiern, die sich Massen an überteuertem Essen zu Gemüte führten, hatten wir das Gefühl die Regeln wenigstens etwas verstanden zu haben. Nur die Frage warum die Blue Jays ungefähr fünf Tage lang gegen die gleiche Mannschaft spielen, konnten wir uns am Ende immer noch nicht beantworten.

T-Shirt gebräunt machten wir uns danach auf den Weg Richtung Fähre zu den Toronto Islands. Von da aus hat man einen wunderbaren Blick auf - na was wohl? - Die Skyline!

Am anderen Ende der Insel kann man aber genauso gut die Aussicht auf den Ontario See genießen oder einen entspannten Tag am Sandstrand verbringen. Als es langsam dunkel wurde, machten wir uns völlig erschöpft auf den Rückweg. Mal sehen was St. Catharines morgen so zu bieten hat.

See you soon!


Willkommen in St. Catharines!

Um von Toronto nach St. Catharines zu kommen, entschied ich mich für die günstigste Variante und buchte ein Megabus-Ticket. Leider hatte ich mal wieder das Glück, dass genau mein Bus 1,5 Stunden lang auf sich warten ließ und ich mit all meinem Gepäck bei ca. 30 Grad am Busbahnhof warten musste. Irgendwann kam der Bus dann aber glücklicherweise trotzdem und es stellte sich raus, dass die Massen an Menschen in meiner Schlange gar nicht meinen Bus überfüllten, sondern bereits auf den nächsten warteten. Nun konnte es endlich ganz entspannt ins ca 1,5 Stunden entfernte St. Catharines gehen.

Sorry, my microfone is broken - but I'm a loud guy!

Der erste Kulturschock erwartete mich gleich bei meiner Ankunft in St. Catharines am Busbahnhof: Lauter freundliche Busfahrer! Mensch, wo bin ich hier nur gelandet? ;)
Nach einer kurzen Fahrt raus aus Downtown, kam ich nach einem kurzen Fußmarsch in meiner Straße und an dem Haus an. strasse

Das Haus

Ich wohne hier mit fünf anderen internationalen Studenten. Momentan sind jedoch alle reisen, sodass ich bisher nur einen Brasilianer kennengelernt habe, der mit den anderen Jungs in der unteren Etage wohnt (quasi im Keller) - und dessen Namen ich leider nicht mehr weiß..
Ich teile mir mit zwei Mädels die obere Etage, die beiden werde ich aber erst in den nächsten Tagen kennenlernen. Mein Zimmer besteht momentan noch aus einem Bett, einem Spiegel und einer Kommode (die obligatorische Kleiderschrank-Nische darf natürlich auch nicht fehlen). Noch, da die Vermieterin meinte ich kann gerne in der Garage gucken, ob da was dabei ist, das ich haben möchte.. Werd ich mir bei Gelegenheit mal anschauen, aber bisher reicht das so auf jeden Fall.

Die Uni

Gestern war ich das erste Mal an der Brock - meine neue Uni für die nächsten vier Monate. Momentan sind noch Ferien, weshalb man nur vereinzelt Menschen antrifft, aber Sicherheitsleute und viele nette Busfahrer sind auf jeden Fall dabei. Nachdem wir versucht haben das Büro zu finden um unsere Brock ID Card abzuholen, um einerseits offiziell als Studenten zu gelten (und auch im Supermarkt Rabatt zu kriegen) und andererseits nicht mehr jedes Mal, beim Einsteigen in den Bus drei CAD bezahlen zu müssen. Leider scheinen die Uni Öffnungszeiten hier ähnlich zu den Deutschen zu sein und das Büro hatte schon zu. Dann eben nichts mit Uni und ab zur Mall!


Nature and Waterfalls

Hi Fans und Friends,
Die ersten Tage in St. Catharines sind mittlerweile verstrichen, das Bussystem ist (fast) durchschaut und die ersten "must sees" erkundet. Am Donnerstag machten wir uns auf den Weg die Decew Falls in St. Catharines zu finden. An der Uni losgetigert bahnten wir uns ca. eine Stunde lang den Weg -durch Wälder rund um den Lake Moodie.
Nachdem wir der Sache langsam näher kamen und das Plätschern schon hören konnten, stellte sich nur noch die Frage "Wie kommen wir da jetzt runter?"
Zwei Mädchen am Wegesrand teilten uns gleich mit, dass es direkt ein paar Meter weiter eine Möglichkeit gab oder, dass man lieber auf Nummer sicher gehen und einen einfacheren Weg suchen konnte.. Nachdem wir die Klippen um die Ecke begutachteten, entschieden wir uns, dass wir doch noch einiges vor haben, bevor wir irgendwo im Nirgendwo auf der Strecke bleiben und nahmen einen etwas längeren Fußweg mit einfacherer Kletteraction in Kauf.
Nun waren wir immerhin schon mal am Wasser und mussten nur noch ca. 20 Minuten Richtung Wasserfälle gehen.

Wo ein Weg, so auch ein Rückweg.

Wenn man schon mal die Niagara Fälle begutachtet hat, wäre das spekatuläre an der Sache hier wahrscheinlich der Rückweg gewesen. Da ich diese aber bis dato noch nicht gesehen hab, war ich schon davon begeistert was die Natur manchmal so zu bieten hat - und das vorallem "direkt" vor der Uni! So lässt sich die unifreie Zeit doch verbringen...
Nachdem wir somit fix und alle (und von der Sonne geschmolzen) endlich unser Ziel erreicht hatten und der Anblick alles andere ganz schnell vergessen ließ, erinnerte uns leichter Donner am Himmel leider daran, dass wir nicht für immer mitten im Wald bleiben können und führte uns vor Augen, dass abgeschnitten von jeglicher Bushaltestelle und von Hängen umgeben nicht der perfekteste Ort für ein Gewitter sein mag. Da nach stundenlangem Wandern jedoch keiner mehr richtig motiviert war den längeren Weg zurückzugehen, entschieden wir uns für den kürzesten. Also: Ab an die Wand.
Nach einem weiteren 1-stündigen Fußmarsch gelangten wir wieder an unserem Ausgangspunkt an - dem Campus. Ein Glück, dass hier nicht nur in Ballungszentren, Malls oder an Free/Highways Fast Food-Ketten boomen, sondern auch unser Campus Starbucks, McDonalds und - ca. überall wo man hinguckt - Tim Hortons zu bieten hat. Und so endete unser Ausflug bei McFlurry und Eistee.


Heute nutzten wir das gute Wetter mal ohne Abenteuertraining am nördlichen Ende von St. Catharines gelegenen Port Dalhousie: Bei genauem Hinsehen, wird am Ende des Lake Ontarios die Skyline von Toronto sichtbar (meine Kamera ist leider zu schlecht das auch bildlich darzustellen):


Neues aus Niagara.

Hallo miteinand',
Ich bin nun schon vier Wochen hier und es gibt auf meiner Seite immer noch keine Bilder von DER Sehenswürdigkeit... Bis JETZT:
Da unser neu erworbener "U-Pass" der Uni uns das kostenlose Mitfahren in sämtlichen Bussen in St. Catharines ermöglicht, beschloss ich mit zwei deutschen Brock-Mitstreitern auszuprobieren, ob wir damit nicht auch bis zu den knapp zwanzig Autominuten entfernten Niagara Fällen gelangen können. Frei nach dem Motto "Im Zweifel für den Angeklagten" gewährten uns sämtliche Busfahrer aufgrund von Unwissenheit die kostenlose Fahrt zu den Fällen. So kamen wir nach einer ungefähr einstündigen Fahrt irgendwo in "Niagara" an und kamen den Fällen Busroute für Busroute näher. Erstaunlicherweise mussten wir uns den Weg erfragen. Eigentlich nichts außergewöhnliches, aber bei dieser berühmt-berüchtigten Sehenswürdigkeit wäre ich eigentlich davon ausgegangen, dass im Umkreis von 50km an jeder zweiten Hausecke ein Schild darauf hinweist. Dem war jedoch nicht so und wir fragten uns durch.
Glücklicherweise haben wir uns den wetterverhältnismäßig schlechtesten Tag der letzten vier Wochen ausgesucht, wodurch die Tourimassen ausblieben und wir ganz entspannt am Rande der Fälle langgehen konnten. Statt der "Tour hinter den Fällen" oder eine der anderen groß angepriesenen Touren zu machen, entschieden wir uns dann aber doch lieber für warmen Kaffee bei Tim Hortons.

Mein Fazit:

Beeindruckend. Hier sieht man mal wieder was die Natur alles zu bieten hat. Die wahnsinnigen Wassermassen hätte ich mir so in der Art nicht vorstellen können. Jedoch hätte ich mir das Drumherum anders vorgestellt. Zum Einen ist man hier nicht mitten in der Natur, sondern geht einfach nur eine Straße entlang, zum Anderen hätte ich mir die daran angeschlossene "Casino" und "Tourikitsch"-Meile noch größer, kitschiger und übertriebener vorgestellt. Beides kann man gut oder schlecht auslegen, aber es war jetzt nicht so imposant wie ich vielleicht vorher gedacht habe.

To Do:

Weitere Besuche bei Sonnenschein, im Winter & Freitags abends zum Feuerwerk + Tour hinter den Fällen.
Niagara





Bis demnächst!


Werte Freunde des gepflegten Blog-Lesens,
es wird langsam kälter in Ontario. Die Läden verkaufen die ersten Winterjacken, die Timberlands werden ausgeführt, die Blätter färben sich und es wird um 7 dunkel. Gründe genug um hier das letzte Wochenende Revue passieren zu lassen.
Jogger eingepackt, Auto gemietet, Haus gebucht - und ab ging es mit insgesamt 10 Leuten auf den Weg Richtung Algonquin Park. Nach ca. 4 Stunden Fahrt in unserem geupgradeten Jeep, kamen wir an. Wo? Irgendwo im Nirgendwo.
Haus
See

Der Algonquin Park

Durch den Park führt der Highway 60. Am Anfang muss man eine einmalige Gebühr von 17CAD pro Auto bezahlen und kann dann den Highway 60 entlang düsen, sich vor Tieren auf der Straße fürchten, oder auf Tiere am Wegesrand hoffen und sich verschiedene Trails aussuchen. Die Trails sind allesamt Rundwege, die vom Highway abgehen. Je nach Schwierigkeitsgrad und Wanderlust, kann sich jeder selbst aussuchen welche Wege bestritten werden sollen. Wir entschieden uns zunächst für den nahegelegsten, der irgendwas mit Whiskey heißt. Diese erste Strecke erinnerte eher an einen 2km langen Weg durch den Teutoburger Wald als an kanadische Wildnis. Die rot leuchtenden Ahornblätter hätten auch auf dem Ahornweg rumliegen können. Danach bestritten wir noch weitere Trails: Einen bei dem man eine wunderbare Aussicht bewrundern kann:
trail2
Einen "Biber-Trail" bei dem ich leider keinen Biber entdecken konnte, dafür aber einen riesigen Damm:
biber
Zurück auf dem Highway 60 auf dem Weg vom Biber-Trail zum letzten Trail, sahen wir plötzlich Autos am Wegesrand stehen. Zunächst vermuteten wir einen Unfall, doch dann sahen wir: elch elch2
Nachdem damit das Ziel des Tages abgehakt werden konnte und ich endlich mein Elchenfoto hatte, testeten wir noch einen Trail aus, bei dem man einen Rundgang um den peck lake macht.
packlake